HomeMember-BereichGästebuchKontakt  
 
Announcen
Hunde
Katzen
Pferde
andere Haustiere
wilde Tiere
Tierschutz
Links
Ferienhaus Wien
Erholsamer Urlaub in Wien? Buchen Sie unser Ferienhaus - direkt am Wald und doch mitten in Wien!








www.gelbe-seiten.at
Das bunte Internet

Zurück zur Übersicht

Tina :

Ich ritt gerade auf Tina, als ich es erfuhr. Mein Schwager Pierre erzählte mir, dass er noch ein Pferd bekommt, welches 20 Jahre alt wäre und dieselbe Farbe wie Tina hat. Ich war natürlich sofort Feuer und Flamme und konnte es kaum erwarten, bis diese Stute endlich da ist.
Eine Woche Später bekam ich eine SMS in der stand, dass Pierre gerade das neue Pferd holt, welches Aare heißt und eine Staatsprämienstute der DDR ist. Ich war völlig aus dem Häuschen und freute mich wahnsinnig über die Neuigkeit. Am Nachmittag rief er mich dann an und ich löcherte ihn nur so mit Fragen.
Er erzählte, dass Aare eine Vollblutstute ist und dass sie auch in einigen Rennen gelaufen ist, wobei man sie "verprellt" hatte, als einmal ihre Startbox nicht aufging. Weiterhin erfuhr ich, dass sie auf den Elbwiesen gestanden hatte, aber als das Hochwasser kam, weg musste.
Ich konnte es noch gar nicht fassen. Noch vor einigen Wochen, als wir mit den beiden Haflingern Migge und Camillo ausgeritten waren, kamen wir zufällig auf das Thema "Vollblut" und stellten fest, dass man so ein Pferd hier gar nicht halten kann und nun war das neue Pferd eine Vollblutstute. Ab nun zählte ich die Tage, die vergehen mussten, ehe ich Aare sehen kann und die Zeit kam mir immer länger vor.
Aber endlich war es so weit. Ich lief voller Erwartung zu den Pferdekoppeln. Da stand sie und es war Liebe auf den ersten Blick! Ich sah Ihren schönen Kopf und es war um mich geschehen. Ich kroch unter dem Draht durch und ging langsam auf die Stute zu. Vorsichtig beschnupperten mich samtige Nüstern. Ich strich über ihr samtiges Fell und war fasziniert. Es war soooooo weich und ich schmolz vor Begeisterung nur so dahin. Ich wusste nicht was es war, aber irgendetwas sagte mir, dass dieses Pferd etwas ganz besonderes ist. Nach einiger Zeit entfernte sich Aare in einem leichten, federnden Trab von mir. Das sah wirklich sehr elegant aus und ich war jetzt erst recht begeistert. Schweren Herzens trennte ich mich von den Pferden und ging zurück zum Hof und Morla, die Berner Sennenhündin begleitete mich mit wedelndem Schwanz.
Am frühen Nachmittag ging ich dann, um Tina für einen Ausritt von der Koppel zu holen. Die braune Stute ließ sich willig einfangen und den Führstrick am Halfter befestigen. Nach anfänglichem Zögern kam auch Aare zu uns und ich streichelte ihren edlen Kopf. Wieder schmolz ich förmlich dahin. Ich öffnete den Draht, führte Tina hinaus und schloss ihn wieder.
Aare trabte am Zaun entlang. Sie war so wahnsinnig elegant und schön, dass man es kaum beschreiben kann. Ich ging mit Tina über die Stilllegung bis zum Hof und die edle Warmblutstute, die aber eher wie ein schweres Warmblut aussieht, folgte mir gehorsam. Nach einem schönen Ausritt, führte ich die Stute wieder zurück auf die Koppel und mein Schwager folgte mir mit Sandy, einer Fuchsstute, die einen großen weißen Stern trägt. Ich öffnete den Draht und ließ Tina laufen, aber Aare und Sandy wieherten sich sauer an. Pierre ließ Sandy schließlich auf die Koppel, doch Aare gefiel das gar nicht. Die beiden Stuten lieferten sich erst einmal eine kleine Keilerei, bis Sandy weglief und sich in eine Ecke der Koppel stellte. Pierre ging zu ihr und führte sie zu den anderen, wo Aare sie etwas sauer anschalte, doch sie blieb ganz ruhig und akzeptierte die Neue.
Am nächsten Tag war es endlich soweit. Ich überzeugte meine Freundin Jenny mitzukommen und Tina zu führen. Wir fingen Tina und Aare ein und brachten sie heraus auf die Stilllegung. Ich lief mit Aare an meiner Seite vorneweg. Die Stute benahm sich sehr gut, was man von Tina nicht gerade sagen kann. Sie blieb immer wieder stehen und nahm ein Maul voll Gras und Jenny zerrte in diesen Augenblicken vergeblich am Führstrick. Aare jedoch lief ganz artig neben mir her. Als wir schon fast am Hof waren, wagte ich es die Stute traben zu lassen. Aare nahm meine Aufforderung freudig an und steigerte ihr Tempo etwas. Als wir auf unserem Koppelweg waren, übernahm Pierre Aares Strick und probierte, wie gut sie auf Kommandos reagiert. Die hübsche Stute war ganz brav und hörte aufs Wort. Die beiden Pferde wurden in den Stall geführt, wo wir sie putzten. Aare sah besonders schmutzig aus. Wahrscheinlich hatte sich die schöne Stute im Schlamm gewälzt. Nach einiger Zeit war ich endlich mit ihrem schmutzigen Fell fertig. Nun sattelte ich Tina und legte ihr die Trense an. Anschließend, stellte ich mich neben Aares Kopf.
Mein Schwager zog gerade den Sattelgurt fest und die Stute ließ sich einfach nach hinten fallen. Wir konnten Aare schließlich überzeugen wieder aufzustehen. Nun wurde Aare noch eine Trense aufgezogen und dann konnte es endlich losgehen.
Pierre setzte sich auf Aare und stieg ich in Tinas Sattel. Wir ritten einen sehr weiten Bogen über die Felder. Zuerst nur im Trab, aber dann ließ ich Tina im Galopp gehen und zu meiner Überraschung folgte Pierre mir. Aare sah so toll aus. Ihre Nüstern blähten sich weit auf und das Feuer sprang förmlich aus den Augen der Stute. Ihre Hufe fielen weich auf die Erde und man sah ihr an, dass sie diese Gangart liebt. Schließlich war es dann so weit. Wir hielten an und tauschten unsere Pferde.
Ich stieg gerade in den Sattel einer so wundervollen Vollblutstute! Ich konnte es gar nicht fassen. Aare fühlte sich so großartig unter mir an. Ich spürte, wie die Muskeln der Stute unter mir spielten. Dies ist also die Kraft eines Rennpferdes. Ich trieb die Stute leicht an, und Aare ging in einen weichen Trab über. Es war einfach spitze. Nach kurzer Zeit trieb ich sie dann zum Galopp an. Obwohl wir nur im Kanter gingen, kam es mir so vor, als ob wir über dem Boden fliegen würden. Ich war begeistert. Aare brauchte man nicht zweimal sagen, dass sie ihr Tempo erhöhen soll. Nach diesem Ausritt war ich noch mehr dahingeschmolzen. Aare war einfach spitze. Wir brachten die Pferde wieder zurück auf die Koppel und dann war ein schönes Wochenende auch schon wieder vorbei.
Ich dachte oft an die wundervolle Vollblutstute. Als ich dann vorm Computer saß, gab ich in die Suchmaschine Begriffe wie "Vollblutpferd" oder "Rennpferd" ein und landete durch Zufall auf der Internetseite von der "Direktion für Vollblutzucht und Rennen". Auf dieser Seite gab es einen Link mit dem Stichwort "Pferdesuche". Dort gab ich dann den Namen "Aare" ein und tatsächlich war da eine Stute namens Aare registriert. Ich kam aus dem staunen gar nicht mehr heraus. Da stand, dass Aare an 3 Hindernisrennen teilgenommen hatte und sich auch bei allen 3 Rennen platzieren konnte. Weiterhin stand dort, dass sie insgesamt ein Preisgeld von 562€ eingelaufen hatte. Das ist im Vergleich zwar sicherlich nicht all zu viel, aber trotzdem beachtlich. Nun wollte ich noch mehr wissen. Ich schrieb Berge von e-Mails zu Adressen, die etwas wissen könnten, aber immer bekam ich nur als Antwort, dass Aare in der DDR gelaufen ist und deshalb keine Daten gespeichert sind. Ich war in der Zwischenzeit schon einige Male wieder bei Aare und bin auch auf ihr geritten. Beim Satteln hat sie jedes Mal Theater gemacht. Einmal, als sie nämlich vor dem Stall angebunden war, hat sie sogar eine Trense zerrissen. Trotz alledem änderte sich meine Meinung über die Stute nicht. Ich liebte dieses Pferd einfach!
Eines Tages holten Jenny und ich Aare und Tina von der Weide. Pierre wollte die Pferde gern einmal einspannen. Wir putzen sie und holten die Geschirre und Fahrtrensen. Tina ließ sich ohne einen Ton zu sagen aufschirren. Aare lief einige Schritte zurück, als Pierre ihr das Kumt anlegen wollte, ließ es sich dann aber gefallen. Wir lobten die Stute dafür. Ich war so stolz auf Aare und dachte, da sie und Tina beim reiten immer schön nebeneinander liefen, dass jetzt alles weitere auch klappt, aber als ich Aare an die Deichsel führte, war sie völlig außer sich. Sie tänzelte wild hin und her und stieg schließlich. Wir spannten sie ganz schnell wieder aus und wollten ihr gleich auf dem Feld das Geschirr abnehmen. Aare tänzelte wild und ich hatte Mühe sie nur an der Trense festzuhalten. Schließlich nahm Pierre ihr die Trense ab und wollte das Stallhalfter anlegen. Die Vollblutstute entwand ihren Hals Pierres Griff und stürmte im Renngalopp los. Es war geradezu beeindruckend wie sie über die Stilllegung preschte. Ihre Hufe griffen weit aus und sie flog nur so dahin. Ich nahm Jenny Tina, die natürlich hinterher wollte, ab und Pierre ging zur Koppel, öffnete den Draht und Aare lief ganz lieb hinein als wäre nichts gewesen. Einige Minuten später kam er dann mit Sandy am Strick zurück. Sie wurde angespannt und nach 2 Stunden stand der Wagen dann immer noch an derselben Stelle. Die beiden Stuten ließen sich nicht dazu überreden, auch nur einen Schritt nach vorn zu machen. Schließlich gaben wir es auf, spannten sie aus, führten sie zum auf den Hof, sattelten sie und ritten noch eine kleine Runde.
Als ich Tina am Strick zurück zu ihrer Koppel führte, begrüßte uns Aare schon mit einem kurzen Wiehern. Ich lies Tina auf die Weide. Aare legte ich meinen Führstrick in einer Schlaufe um den Hals und Pierre zog ihr das Halfter wieder über. Sie lies sich das alles ganz lieb gefallen und sagte keinen Ton. Ich strich über das samtige Pferdemaul, nahm den Strick ab und ließ sie wieder laufen. "Sie ist doch so ein süßes Pferd" dachte ich bei mir.
Ich muss sagen, es gab auch einen Moment, in dem ich sogar etwas Angst vor Aares Verhalten beim satteln hatte. Nämlich, als wir Tina und Aare zum Satteln wieder einmal nicht in den Stall gestellt, sondern davor angebunden hatten. Als der Sattelgurt festgezogen wurde, zog Aare mit aller Kraft an ihrem Strick. Sie zog so lange, bis ihr Stallhalfter schließlich nachgab und sie frei war. In diesem Moment stand ich genau neben Aares Kopf und mir wurde ziemlich mulmig, aber das war auch der einzige Moment in dem ich die hübsche Vollblutstute hätte verfluchen können.
Ein anderes Mal war ich nur für einige Stunden bei meiner Schwester zu Besuch. Leider, muss ich sagen, denn eigentlich hätte ich das ganze Wochenende dort seien können.
Also jedenfalls wollte ich unbedingt noch mal auf Aare reiten. Allerdings war es, als wir endlich los kamen, schon fast dunkel, aber das war mir ziemlich egal. Wir ritten eine kleine Runde durch den Wald und über das Feld wieder zurück. Pierre trieb Tina zu einem Trab an und Aare folgte ihrem Beispiel. Allerdings wollte die temperamentvolle Stute schneller laufen und fing an etwas zu bocken. Sie drehte sich scharf um und lief in die verkehrte Richtung, so dass ich die braune Stute wieder zum Schritt parieren musste. Als wir wieder auf dem Hof waren, wurden die Pferde abgesattelt und auf die Koppel gelassen. Zu unserem Erstaunen preschten Aare und Tina los, als wären wir gar nicht auf ihnen geritten.
Schließlich wurden die Pferde auf eine etwas weiter entfernte Koppel gebracht und somit kam ich nicht mehr so oft dazu auf Aare zu reiten. Stattdessen nahmen wir die beiden Haflinger Migge und Camillo, die schon zu Hause im Stall standen.
Als Weihnachten näher rückte, viel mir ein, dass mein Schwager so toll malen kann. Also wünschte ich mir ein Kopfportrait von Aare. Als es dann endlich soweit war und ich mein Geschenk bekommen sollte, war ich begeistert. Pierre hatte sich wirklich selbst übertroffen. Das Gehsamtbild ist etwas größer als das Format A2. Darauf klebt von jedem Pferd ein Foto und der Höhepunkt ist eine wunderschöne Bleistiftzeichnung von Aares wundervollem Vollblutkopf. Ich schaue das Bild sehr oft an und manchmal kommt es mir so vor, als würde Aare mit mir reden.
Das nächste Mal, dass ich bei Aare sein konnte, war nach Wehnachten. An Silvester sollten Tina und Aare auch in den Stall gebracht werden. Mein Schwager und ich packten die Sättel und Trensen in das Auto und fuhren zur Koppel. Die beiden braunen Stuten standen schon am Koppelzaun und begrüßten uns mit einem Wiehern. Pierre sattelte zuerst Tina. Die edle Warmblutstute stand ganz still da. Anschließend war Aare an der Reihe. Die Stute ließ sich die Trense überziehen und blieb dabei ganz ruhig stehen. Nun war der Sattel an der Reihe. Wie erwartet sprang Aare zurück, als Pierre den Sattelgurt festzog und da ich auch noch die Zügel von Tina halten musste, konnte ich die Vollblutstute nicht festhalten. Sie lief einige Schritte, blieb aber bald stehen, so dass wir sie wieder einfangen konnten. Wir ritten an diesem Tag einen großen Bogen durch den Wald. Plötzlich sah ich einen Baumstamm vor uns liegen. Ich hielt Aare zurück bis Tina darüber gestiegen war und trieb die Stute anschließend in einen flotten Trab. Wir steuerten genau auf den Baumstamm zu. Ich brachte dann irgendwie ein "Hopp" hervor, in der Hoffnung dass Aare auch darüber springen würde. Im Grunde hab ich keine Ahnung vom Springen und so kann ich mich nur auf mein Pferd verlassen. Aare enttäuschte mich nicht. Sie setzte mit einem kraftvollen Satz sauber über das niedrige Hindernis. Ich war stolz auf die Stute und lobte sie dementsprechend. Bisher war ich erst 3 mal über Baumstämme gesprungen und das im Sattel von Migge und Camillo, den beiden Haflingern.
Dies war wirklich toll. Wir ritten zum Hof und führten die beiden Pferde in getrennte Ställe. Für Aare hatte ich die niedrige Ponybox am Ende des Stalles provisorisch mit einer alten Einspännerleine erhöht. Ich wollte nicht, dass sie angebunden in ihrer Box steht, da sie ja diese Magge mit dem Sattelgurt hat und ich dachte, dass sie, wenn sie zu lange im Stall steht, vielleicht auch so lange zerrt, bis sie frei ist. Ich hatte mir zwar vorgestellt, dass es Aare in dieser Box gefällt, aber das Gegenteil war der Fall. Die Stute war völlig außer sich und wollte über die Boxenwand springen. Pierre drückte mir die Zügel in die Hand und ich führte Aare zu Tina in die Box. Die beiden Pferde begrüßten sich und alles war wieder in Ordnung. So wurde Aare nun doch angebunden und sie war ganz lieb. Manchmal kommt es eben anders als man gedacht hat und so wurde die Fuchsstute Sandy in meine provisorische Box gestellt.
Am nächsten Tag sattelten wir die Pferde wieder und unternahmen einen Neujahrsritt. Zwar war es sehr kalt aber wunderschön. Ich genoss es auf Aare durch den Wald zu traben. Ihr Trab ist so weich, dass man ihn kam spürt. Als wir wieder zu Hause waren, wurden die beiden Stuten in ihren Stall gestellt um etwas abtrocknen zu können. Eigentlich wollten wir sie gleich noch am selben Tag wieder zurück auf die Koppel bringen, aber da es schon dunkel war, blieben Aare und Tina auch diese Nacht noch einmal im Stall.
Am nächsten Vormittag sollten die beiden Pferde aber endlich wieder auf ihre Koppel gebracht werden. Wir legten den Stuten Trensen an und führten sie nach draußen. Da ich ja so super unsportlich bin, half mir Pierre aufs Pferd. Aare stand freundlicher Weise in diesem Moment ruhig so dass ich mich schließlich auf ihren blanken Rücken quälen konnte. Ich hatte erst einmal zuvor ohne Sattel auf so einem großen Pferd gesessen, aber ich vertraute der Stute.
Wir ritten noch nicht gleich zur Koppel sondern drehten erst noch eine kleine Runde. Der Rücken von Aare war wesentlich bequemer als der von Sandy, die ich verbotener Weise einige Tage vorher ohne Sattel und nur mit einem Strick durch ihr Maul geritten hatte. Bei Sandy saß ich genau auf der spitzen Wirbelsäule, während Aares Rücken viel bequemer ist. Es machte wirklich Spaß das Gefühl zu haben auf einem temperamentvollen Vollblut ganz ohne Sattel zu sitzen.
Schließlich bogen wir den Weg in Richtung Aares und Tinas Koppel ein. Aare schien genau zu wissen, wo dieser Weg hinführt und ich musste sie etwas zurück halten. Dort angekommen nahm ich der Stute ihre Trense ab und Pierre tat das Selbe bei Tina. Wir ließen die Pferde auf die Koppel, schlossen den Draht und schalteten den Strom wieder ein.
Ich kann nur sagen, dass ich unglaubliches für dieses Pferd empfinde. Man kann sogar sagen, dass ich mich regelrecht in Aare verknallt habe. Jedenfalls liebe ich sie so sehr, wie man eigentlich nur sein eigenes Pferd lieben kann und da Pierre Aare wegen ihrer Maggen nicht behalten würde, wenn ich nicht so verrückt nach ihr wäre, dachte ich mir, dass diese wundervolle Vollblutstute eigentlich mein Pferd ist. Ich schieb dies ab und zu in einer SMS und es kam immer zurück, dass sie fast meine ist, er sie mir aber nicht schenken kann, weil ich sonst zu viel Verantwortung tragen müsste, wenn Aare sich z.B. verletzt wäre und der Tierarzt kommen muss. Es war also so, dass ich zwar manchmal sagte, dass Aare mein Pferd ist, es mir aber nicht so vorkam.
Als ich mit meinen Eltern wieder einmal kurz meinen Neffen nach Hause brachten ging ich schnurstracks in Aares Box und das erste was ich sagte war "Na wo ist denn meine Aare". Die wundervolle Stute begrüßte mich mit einem sanften Wihren und ich konnte nicht anders als ihr um den Hals fallen.
Schließlich kam Pierre auch in die Box. Er begann mich zu necken und sagte zu mir "Deine Aare kommt auf den Schlachthof!" Dabei tätschelte er ihren edlen Kopf. "LASS MEIN PFERD IN RUHE!!!" war alles, was ich zu ihm sagte.
Aber Moment. Ich hatte auf einmal ein ganz eigenartiges Gefühl. Hatte ich Pierre grad wirklich ins Gesicht gesagt, dass Aare MEIN Pferd ist? Jedenfalls fühlte ich mich seit diesem Moment so. Seit diesem Tag konnte ich nicht nur sagen, dass Aare meine ist, sondern ich fühlte mich auch tatsächlich wie die Besitzerin der braunen Vollblutstute.
Seit dem erkundige ich mich regelmäßig wie es Aare geht und fühle mit ihr, wenn es meinem Pferd nicht so gut geht und ich bekomme auch manchmal ein MMS-Bild auf mein Handy auf welchem dann mein Pferd zu sehen ist.
Als ich das nächste Mal bei Aare seien konnte, war herrliches Winterwetter. Am Samstag jedoch kam ich nicht dazu auf der Stute zu reiten, denn Pierre und ich wollten nach Leipzig auf die "Partner Pferd".
Ich hatte Aare versprochen, dass ich ihr ein neues Stallhalfter kaufen werde, da sie immer noch das hässliche Halfter von Sandy trug. Ich hatte es ihr damals schnell übergestreift, als sie ihr eigenes zerrissen hatte. Dieses Halfter war wirklich so unglaublich hässlich. Jeder Rihm hatte eine andere Farbe.
Als wir endlich in Leipzig waren, schauten wir zunächst etwas beim Showprogramm zu. Im Parcours waren gerade ein Shir Horse, die größte Pferderasse der Welt, und ein Fallabelle oder auch Mini-Shetty genannt.
Nach einiger Zeit schauten wir uns dann etwas um. Ich fand es wirklich großartig zwischen all den ganzen Pferdesachen zu sein. Anfangs fand ich kein Halfter, welches einer Vollblutstute gerecht geworden wäre. Pierre kaufte inzwischen eine geniale Westerntrense. Sie hat nicht wie üblich ein Stirnband und einen Kehlrihm, sondern nur eine Schlaufe, durch welche ein Ohr gesteckt wird. Ich hatte zwar in zwischen ein schönes grünes Halfter mit aufgesetzten, hellbraunen Stoffteilen und Metallteilen, die mit einer schwarzen Plasteschicht überzogen waren, aber ich wollte eigentlich erst einmal weiter schauen. Als ich aber kein hübsches Halfter mehr sah, kaufte ich dann doch schließlich dieses.
Später entdeckten wir einen indischen Stand, der in drei Teilstände eingeteilt war. Dort hingen wunderschöne Westerntrensen, aber da ein Teil davon mit Drahtseilen, auf denen Perlen aufgefädelt waren, zusammen gehalten wurden, hatte ich Bedenken, dass dies nicht lange hält. Also gingen wir weiter.
An einem Stand am Eingang hingen so Ähnliche Trensen, aber als wir den Preis sahen, waren wir dann doch der Meinung, dass wir die schöne Trense von den Indern mitnehmen sollten.
Wir gingen also wider zu dem Inderstand. Pierre drückte mir das Geld in die Hand und schickte mich alleine los um die Trense zu kaufen.
Jetzt saßen allerdings schon wieder ganz andere Inder in dem Stand als wie vor einer halben Stunde und leider verstanden diese nur Englisch.
Das wäre ja im Grunde nicht so schlimm gewesen, wenn ich nicht ein totales Black Out gehabt hätte und mir die einfachsten Redewendungen nicht eingefallen wären.
Ich verstand leider nur die Hälfte von dem, was er versuchte mir zu erklären. Schließlich sagte er zu mir, dass ich nach 10 Minuten wieder kommen soll.
In der Zwischenzeit schauten wir noch bei einem anderen Inder nach einer Westerntrense. Er hatte eine schwarze, ziemlich schlicht gehaltene und da sie nur 15€ kosten sollte, kaufte Pierre sie.
Als die 10 Minuten schließlich um waren, gingen wir noch einmal zu den anderen Indern und der eine holte von dem Stand nebenan eine Übersetzerin. Die erzählte mir dann gleich auf anhieb, dass diese Trensen erst am letzten Tag der Messe verkauft würden.
Daraufhin redete ich so lange auf sie ein, bis sie schließlich die Inder überzeugt hatte. Ich war total happy darüber und brachte nur noch ein "It´s for my English Vollblut!" heraus.
Am Abend, als wir wider zu Hause waren, brachten wir die Pferde in den Stall und gaben ihnen noch Wasser. Als wir damit fertig waren, nahm ich das Halfter, welches ich für Aare gekauft hatte und ging zu ihr. Pierre folgte mir. Ich nahm der Stute das schreckliche bunte Halfter ab und zog ihr das Neue über. So sah sie gleich viel hübscher aus.
Am nächsten Morgen, als wir Sandy und die Millos auf die Weide geführt hatten, holte ich die drei neuen Trensen. Ich befestigte die schlichte schwarze Trense oben an Migges Box und strich sie 2 mal mit Lederöl ein. Das Selbe tat ich dann mit den beiden anderen Trensen.
Nach dem Mittagessen sollten nun die neuen Trensen ausprobiert werden. Ich holte zuerst einen Sattel für Tina und legte die Trense mit der Ohrschlaufe dazu. Dann holte ich noch den Sattel für Aare. Sie soll die schwarze Trense bekommen, hatte Pierre gesagt, auch wenn ich eigentlich lieber die andere genommen hätte.
Zuerst wurde Tina gesattelt. Nun war ihre Trense an der Reihe. Die Stute streckte ihren Kopf aber so hoch, dass niemand mehr an ihre Ohren kam. Also stieg ich auf die Futtertröge und steckte ihr Ohr durch die Schlaufe.
Jetzt war mein Pferd an der Reihe. Ich redete auf sie ein, als Pierre ihren Sattelgurt vorsichtig festzog. Die Stute blieb erstaunlicher Weise ganz ruhig stehen und wollte gar nicht umfallen. Ich fiel Aare um den Hals und lobte sie.
Nun war Aares Trense an der Reihe. Willig ließ sich die hübsche Stute das Gebiss ins Maul schieben, aber da es sich bei dieser Trense um eine ziemlich scharfe Zäumung handelt und Aare ein so weiches Mal hat, fing sie an zu bocken. Nun durfte ich ihr doch die Schmucktrense anlegen. Das hellbraune Leder hob sich schön auf dem dunklen Fell der Stute ab und ich muss sagen, dass ihr diese Trense wirklich super steht.
Dann konnte es endlich losgehen. Wir galoppierten über die weiten, schneebedeckten Felder und ich merkte wieder einmal deutlich, dass meine Stute dieses Tempo liebt. Schließlich beschlossen wir wieder umzukehren.
Plötzlich, als Pierre einen Augenblick unaufmerksam war, lief Tina nach rechts durch den schneeverwehten Straßengraben. Die Stute stolperte zwar aber fiel nicht hin. Aare wurde ziemlich unruhig und so beschloss ich auch durch den Graben zu reiten. Ich lenkte die Stute also an einer Stelle, an der ich vermutete, dass der Graben nicht tief ist, auf ihn zu. Aare stolperte, fiel hin und ich rutschte ebenfalls über ihren Kopf hinweg in den Graben.
Wie ich die Stute so neben mir liegen sah, konnte ich nicht anders als wie laut loszulachen. Allerdings war Aare wesentlich schneller aufgestanden als ich. Die Vollblutstute lief ein paar Schritte und blieb dann auf der Straße stehen und schaute sich nach mir um. Und wenn ich sie so ansah, musste ich wieder lachen, denn Aare war auf der einen Seite völlig mit Schnee bedeckt. Das sah wirklich lustig aus.
Ich stieg wieder in den Sattel und wir ritten wieder nach Hause.
Als ich das nächste Mal für eine Woche bei meiner Stute sein konnte, ritt ich sie fast jeden Tag.
Einmal ritten wir eine ganz neue Strecke. Schließlich gelangten wir auf eine große Wiese. Auf einmal kam ein riesiger Bernerdiener auf uns zugerannt. Vielleicht lag es daran, dass er so groß war. Vielleicht war aber auch die Tatsache, dass er keinen Ton sagte der Grund. Pierre trieb Tina schneller vorwärts. Er wollte schnell weg von diesem Hund, aber desto schneller wir ritten, desto schneller kam der riesige Hund angerannt. Eigentlich hat Aare keine Angst vor diesen Tieren, aber das war eindeutig zu viel für die Stute. Sie verfiel zuerst in einen schnellen Galopp. Dann, als ich sie wieder etwas gebremst hatte, drehte sie sich ängstlich im Kreis und Tina tat es ihr gleich. Ich wäre fast heruntergefallen, wenn ich mich nicht noch im letzten Moment an Aares Hals festgeklammert hätte. Zum Glück wurde es dem Hund langweilig und er kehrte um. Aare beruhigte sich allmählich wieder und es konnte weitergehen. Ein Andermal lag wieder ein Baumstamm auf unserem Weg und ich konnte nicht anders als wie Aare anzutreiben und mit ihr über den Stamm zu setzten. Pierre, der an diesem Tag auf Sandy saß sprang mit ihr etwas unfreiwillig hinterher. Allerdings war die hübsche Fuchsstute bald darauf völlig geschafft, da sie ja leider die Hufrehe hat und deshalb bald auch nicht mehr da sein wird.
Am nächsten Tag ritt Pierre dann wieder auf Tina und er sollte noch mal hinter mir herspringen. Wieder lag vor mir ein Baumstamm auf dem Weg und ich trieb Aare an. Die schöne Stute ging in einen weichen Galopp über und setzte über den Baum.
Piere, der gerade Handschuhe anzog und somit die Zügel von Tina nicht richtig in den Händen hielt war gar nicht vorbereitet als Tina im Galopp einen riesigen Satz über den Stamm machte.
Einige Tage später sollten die Hufe der 5 Pferde ausgeschnitten werden. Ich war zusammen mit meiner Freundin und mit Migge eine kleine Runde spazieren gegangen. Die Haflingerstute war Jenny unterwegs auf den Fuß getreten und da sie eine ziemlich entzündete Zehe hatte, tat dies natürlich auch ziemlich weh.
Ich stellte sie also vor die Wahl. Sie konnte entweder heim laufen oder sich auf Migge setzen und es geschah das, was ich nie für möglich gehalten hätte. Jenny wollte auf Migge reiten. Ich half ihr also hoch und hoffte, dass die Stute brav sein würde.
Zum Glück war sie das auch. Wie ein Lämmchen lief sie neben mir her. Jenny wollte zwar aller 10 Meter vom Pferd, da sie panische Angst hat, aber jetzt gerade nicht, dachte ich bei mir und ich wusste auch, dass sie nicht unterwegs abspringen würde.
Als wir endlich auf dem Hof waren, war Jenny dann ganz stolz auf sich selbst und stellte Migge ganz allein in ihre Box und das will bei ihr schon etwas heißen.
Draußen wurde bereits Tina ausgeschnitten. Brav ließ die braune Stute ihre Hufe verschneiden. Wie ein kleines Lämmchen stand sie da und wartete geduldig.
Als Tina schließlich fertig war, führte ich sie wieder in ihre Box und holte Aare heraus.
Ihre ehemalige Besitzerin hatte gesagt, dass sie sich gut ausschneiden ließe und deshalb rechnete auch keiner mit Problemen, aber es kam anders.
Aare hatte keine Lust und tänzelte unruhig hin und her. Sie entzog jedes Mal ihren Huf Pierres Griff und wurde immer unruhiger. Selbst schimpfen nutzte da nichts. Ich sollte die Stute schließlich ablenken und es klappte tatsächlich. Ich streichelte ihre Lieblingsstelle am Hals und sie schien alles andere zu vergessen.
Schweren Herzens musste ich mich nun wieder für 2 Wochen von meinem Pferd trennen. Oft schaute ich das Bild an, welches Pierre mir zu Weihnachten geschenkt hat. Die Zeichnung ist so realistisch, dass ich manchmal glaube, die wahrhaftige Aare vor mir zu haben.
Nach 2 Wochen durfte ich endlich wieder zu der hübschen Stute. Ich war überglücklich, als ich endlich wieder in ihre treuen Augen schauen konnte und das samtige Fell streicheln.
Als Tina und Aare ihr Heu bekamen setzte ich mich kurzentschlossen in dieses hinein. So konnte ich ganz nah bei meinem Pferd sein. Pierre kostete es einige Mühe mich zum aufstehen zu bewegen, doch schließlich riss ich mich widerwillig von der hübschen Stute los.
Am nächsten Tag wollten Pierre und ich eigentlich auf Tina und Aare ausreiten. Wir sattelten die beiden Stuten, wobei Aare keinen Ton von sich gab als der Sattelgurt festgezogen wurde und dann sollte es eigentlich losgehen, aber wir kamen nicht weit.
Aare strauchelte. Das Ausschneiden der Hufe war ihr wohl nicht ganz so gut bekommen. Wahrscheinlich hatte man bei ihr ein wenig zu viel vom Huf
weggenommen. So drehten wir also bald wieder um, sattelten Aare ab und nahmen Camillo stattdessen mit. Dieser aber hatte eine ziemliche Magge als er Tina erblickte. In letzter Zeit sollte er immer, wenn er aus der Box geführt wurde, Tina oder Sandy decken und dies vermutete er diesmal auch.
Ich wollte unbedingt auf Camillo reiten. Dieser drehte sich im Kreis, als ich aufsteigen wollte, aber trotzdem gelang es mir irgendwie in den Sattel des Hengstes zu kommen.
Aber ich hatte ziemliche Mühe mit dem Pferd und mein Ritt auf ihm sollte auch bald enden. Der Haflinger tänzelte nervös am Übergang von der Straße aufs Feld. Er achtete überhaupt nicht mehr darauf, wo er hintrat und so rutschte der Hengst mit einem Hinderbein in den Straßengraben.
Ein vernünftiges Pferd wäre einfach wieder aus dem Graben heraus geklettert, aber das lag wahrscheinlich unter seiner Würde, denn anstatt einfach weiter zu gehen, tänzelte er nervös im Graben herum. Der Hengst fing an zu bocken und ich gab mir gar keine Mühe mehr, mich oben zu halten. Ich ließ mich einfach abwerfen.
Camillo blickte mich ganz verdutzt an, als hätte er überhaupt nichts gemacht und wäre das bravste Pferd der Welt.
Schließlich tauschten wir wieder die Pferde und ich hievte mich in Tinas Sattel. Die Stute war wie immer treu und zuverlässig und schritt anmutig voran.
Unterwegs lag dann auch mal wieder ein Baumstamm vor uns. Ich trieb Tina zum Trab an. Die Stute zögerte vor dem niedrigen Hindernis und schaute es sich erst einmal genauer an. Ich dachte schon, dass sie verweigern würde, aber auf einmal setzte sie fast aus dem Stand zu einem gewaltigen Satz an. Sie sprang viel höher, als es hätte tun müssen. Ich war absolut stolz auf die Stute und lobte sie ausgiebig.
Als wir wieder zu Hause waren, führte ich Tina in ihre Box um sie abzusatteln.
Aare schaute mich mit großen Augen an und wieherte.
Ihre großen, braunen Augen schauten mich an und ich schmolz wieder einmal förmlich dahin.
Am nächsten Tag putzen ich und Jenny Aare und Tina. Vor allem Tina war ziemlich schmutzig. Als wir mit den beiden Stuten fertig waren, glänzte ihr Fell wieder. Wir entschlossen uns zum Reiterhof zu gehen und die Berner Sennenhündin Morla mitzunehmen.
Am Reitstall angekommen schauten wir uns zuerst alle Pferde an. Ich nutzte die Gelegenheit etwas mit Mischua, einer Araberstute zu schmusen. Ich mag diese Rasse eigentlich überhaupt nicht, aber diese Stute gefällt mir. Jenny stand bei Aleen, einer Araberrappstute, die sie meistens geritten hatte, aber die auch daran Schuld war, dass sie solch panische Angst vorm reiten hat.
Draußen wurden 2 Pferde ausgeladen. Beide waren sehr edel gehaltene, braune Stuten. Die beiden Pferde wurden zur Reithalle geführt und schneller als wir gucken konnten, wurden Jenny und ich gefragt, ob wir mit in die Halle gehen möchten. Wir gingen natürlich mit und stellten uns in die Mitte. Die Stuten wurden freigelassen und galoppierten um die Halle. Besonders die erste Stute gefiel mir. Sie hatte eine wunderschöne lange Mähne. Sie sah, obwohl sie kein Vollblut war, fast Aare etwas ähnlich. Wie ich erfuhr, hieß dieses Pferd Sunshine und die andere Stute Lydia.
Schließlich, als sich die Stuten ausgetobt hatten, wurden sie aufgesattelt.
Um ehrlich zu sein, hätte ich mich totlachen können. 2 Mädels ritten im Kreis herum. Sie taten das, was man ihnen sagte und zu allem bezahlen sie auch noch Geld dafür. Also ich kann mir davon nichts abgewinnen. Zu komisch war das, wie die beiden ihre Pferde auf Kommandos im Kreis ritten.
Ich dachte dabei an Aare. Wie schön sind die Ausritte durch den Wald. Das ist doch wirklich viel schöner, als wie dieses ständige im Kreis herumreiten.
Wieder zu Hause holten wir Tina aus ihrer Box und gingen eine kleine Runde mit ihr. Bald würde mein Vater kommen und ich wollte noch mals kurz verschwinden. Nach kurzer Zeit wendeten wir aber wieder und als wir auf den Hof kamen, sah ich das Auto von meinem Vater dastehen.
Ich brachte Tina schnell in den Stall und wir putzen sie nochmals auf Hochglanz. Aare schaute mich mit ihren großen Augen an. Wie lange würde ich sie wohl nicht wieder sehen? Sie ist einfach der Traum von einem Pferd. So sanft und doch so wild. Sie ist die Beste.
Als ich schon fast im Auto saß, fiel mir ein, dass ich mich noch einmal unbedingt von Aare verabschieden muss. Ich ging also zu ihrer Box und schaute über die Halbtür. Doch was war das?
Die Stute lag auf der Seite und rührte sich kaum. Mit einmal bekam ich richtig Angst um mein Pferd. Ich wurde, wie ich später erfuhr von einer auf die andere Sekunde völlig blass. Pierre und mein Vater schauten ebenfalls erschrocken. Ich stand nun neben dem Kopf der Stute und griff nach ihrem Halfter. Sie musste doch wieder aufstehen, aber Aare hob nur den Kopf und schaute mich mit den üblichen großen Augen an. Ich wollte nur eines. Ich wollte, dass sie nicht stirbt und wieder aufsteht. Pierre versuchte mit mir gemeinsam die Stute zum aufstehen zu bewegen, aber das klappte nicht. Schließlich ging er nach draußen um einen Stock zu holen, aber ehe er damit irgendetwas tun konnte, drückte ich ihm schell das Halfter von Tina in die Hand. Pierre führte die Stute aus der Box heraus. Aare blickte ihr hinterher und stand blitzartig auf. Endlich stand sie wieder. Anscheinend hatte sie nur tief und fest geschlafen.
Ich hatte solche Angst um sie und hoffe, dass dies niemals wirklich passieren wird. Wie schon gesagt, ich liebe dieses Pferd und ich will sie niemals mehr missen. Sie ist eben etwas ganz Besonderes für mich. Sie ist mein Pferd!
fotos
FOTOS