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Simone :

Es gibt so viel Geschichten, in denen Tiere einfach von heute auf morgen verlassen werden, und ich möchte mit unserer Geschichte zeigen, dass es auch anders geht.


Susi war ein lebenslustiger kleiner Hund.Weiße Bauch, weiße Pfoten und die lebhaftesten Augen der Welt. Am liebsten war sie immer unterwegs, immer auf Achse und immer unter Menschen. Sie war immer so aufgeregt wenn sie irgendwohin mitgehen durfte. Und ihr Herrchen nahm sie überall hin mit. Doch seine Frau war dagegen, sie hatte zwei kleine Kinder mitgebracht. Niemand weiß so genau, warum Susi nicht mehr in die Familie gepasst hat, sie hat sich bis zum Schluß immer gefreut wenn sie einen der vier getroffen hat. Aber wie gesagt, sie passte nicht mehr. Ins Tierheim sollte sie nicht abgeschoben werden, also musste ein neuer Besitzer gefunden werden. Doch soviel Zeit hatte die Familie nicht mehr, der Hund musste sofort weg. Mein freund hatte zu dieser Zeit gerade Urlaub und bot an, sich für zwei Wochen um den Hund zu kümmern. Sie war so zutraulich und so anhänglich, sie war so glücklich dass immer jemand da war.
Am Ende der zwei Wochen war niemand gefunden, ich denke eher es wurde niemals gesucht, und der Hund sollte ins Tierheim. Meinem Freund brach es fast das Herz, so kam es dass er ungewollt Hundevater eines sechs Monate alten Hundewelpen wurde. Er liebte sie wie noch niemanden zuvor, sie war seine Partnerin und seine Vertraute. Alle Freizeit widmete er ihr, níemand war so wichtig in seinem Leben wie sie. Sie aßen zusammen, sie gingen spazieren, sie schlief in der zweiten Hälfte des Bettes.

Und dann kam ich. Ich habe diesen Hund geliebt als wäre es mein eigener, aber es hat nicht funktioniert. Susi war nie in einer Hundeschule und Begriffe wei "Sitz" und "Platz" waren ihr fremd. Sie gehorchte meinem Freund auch nicht, aber sie betete den Boden an auf dem er ging und tat alles für ihn, wenn auch nicht auf Kommando. Ich aber wohne in der Stadt, da muß ein Hund zumindest ein Mindestmaß an Gehorsam haben, es geht nicht, dass er jedend zweiten Hund im Park bekämpft. Am Schluß war es für mich fast nicht mehr möglich, mit dem Hund gemeinsam etwas zu unternehmen. Es war und blieb der Hund meines Freundes. Die logische Konsequenz war, dass mein Freund den Hund allein ließ (ich möchte aber hinzufügen, dass der Hund am Tag in einem riesigen Freigehege war) um bei mir zu sein. Und wenn wir Dinge unternahmen, mussten wir den Hund zurücklassen, da es nicht möglich war ihn überall mit hinzunehmen.
Ich habe meinen Freund mehrmals aufgefordert, mit Susi in die Hundeschule zu gehen, aber er wollte nicht. Eine meiner Freundinnen arbeitet in einer HS und hat mit mir "privat" den Hund ein bisschen trainiert. Aber wer einen Hund hat, weiß, dass das nix bringt, denn das muß das Herrl machen, und das war nicht ich.

Als mein Freund den Job wechselte, schlief er auch immer öfter bei mir in der Stadt. Susi war in der Nacht und am TAg alleine. Wir hatten jemanden der sich um ihr Fressen kümmerte, wenn niemand von uns da war, aber der Hund ging zusehends ein.
Ich habe oft auf meinen Freund eingeredet er soll sich mehr kümmern, oder etwas überlegen, das ist nicht tierfreundlich. Aber für ihn war alles in Ordnung. Wenn er kam, freute sich der Hund wie wahnsinnig und damit war für ihn die Welt in Ordnung.

Eines Tages kamen wir, aber der Hund war leider nicht mehr da. Er hatte sich aus dem Freigehege befreit. Wir haben ihn wider gefunden, aber von nun an war es an der Tagesordnung. Sie hatte in der Nähe eine Familie gefunden, wo immer jemand zuhause war. Von nun an begann auch mein Freund nachzudenken. Wenn sie sich selbst eine neue Familie sucht, kann etwas nicht stimmen. Wir widmeten ihr nun mehr Zeit, aber wir stellten fest, dass wir in den vergangenen vier Monaten unser Leben so verändert haben, dass wir die Zeit nicht hatten, die ein Hund braucht.
In meiner Wohnung konnte sie nicht bleiben, da sie in der Nacht immer gebellt hat, sie war es gewohnt, bei meinem Freund zu schlafen.
Dazu kamen Eifersuchtskämpfe. Da sie von den Mahlzeiten nichts bekam, nicht mehr neben meinem Freund im Bett schlafen durfte usw. war ich ihr Feind. Sie begann, sich zwischen uns zu drängen, zB in dem sie so tat als wenn sie unglaublich viel Angst vor mir hätte (nur wenn ihr Herrl dabei war). Versteht mich nicht falsch, ich kann es nachvollziehen, warum sie es getan hat, aber sowas brauch ich nicht in meiner Wohnung, vor allem wo es keinen Grund gab!

Ich bin kein Hundehasser, aber langsam wurde der Hund lästig. Ihr könnt mich hassen dafür, aber es war so. Und auf der anderen Seite war sie so unglaublich allein, einsam und arm. Sie war einfach bemitleidenswert in ihrem ständigen Bemühen unsere Aufmerksamkeit zu bekommen.

Als mein Freund fix zu mir in die Wohnung gezogen ist, war der Hund am Ende. Und ich auch. Mich hat es fertig gemacht, dass der Hund geglaubt hat, ich mag ihn nicht und deswegen hat keiner Zeit für sie. Ich hätte gerne mehr Zeit für sie gehabt aber es war vom Job her nicht möglich. Wir haben uns zum Schluß schon sehr oft wegen dem Hund gezofft, ich habe meinem Freund auch oft angedroht, ihn beim Tierschutz anzuzeigen, weil es erbärmlich war. Susis Augen haben Bände gesprochen.

Eines Tages hat er es eingesehen. Ihm wurde endlich bewusst, dass wir nicht wussten wohin mit dem Hund im Winter (tagsüber). In unserer Wohnung konnte er nicht bleiben, da er alles zerlegen würde, und im Freien wohl kaum.
Wir haben mit Unterstützung vom Tierheim in Graz einen ganz lieben Platz für sie gefunden. Sie wohnt auf einem Bauernhof bei einer älteren Frau, die den ganzen Tag zuhause ist und den Hund ständig bei sich hat. Susi hat ihr eigenes Zimmer mit Balkon und einem Doppelbett zum Schlafen (was sie immer so geliebt hat).

Bevor sie ihr neues Zuhause bezogen hat, haben wir zwei Monate gesucht. Wir haben uns die Leute und die Plätze gut angesehen, niemals hätten wir sie irgendwohin gegeben.
Mit der Dame telefonieren wir jede Woche und in ein paar Wochen werden wir sie auch besuchen. Am Anfang haben uns die Schuldgefühle gequält und wir haben oft darüber gesprochen, ob es nicht doch anders gegangen wäre, ob wir Tierquäler sind oder nicht und ob man uns für unsere Entscheidung verurteilen kann oder nicht.

Wir aber wissen, dass wir uns richtig entschieden haben. So gut wie bei dieser Dame hätte es Susi bei uns niemals gehabt.
Diese Geschichte soll all jene daran erinnern, ihren Hund an einen guten Platz zu geben, egalaus welchem Grund. Wer sich einen Hund anschafft, trägt die Verantwortung für ihn bis zu seinem Tod, und wenn ich als Besitzer zum Zeitpunkt des Todes nicht mehr da binhabe ich dafür zu sorgen, dass es dem Hund dort wo er ist gut geht! Wer sein Tier liebt, kümmert sich darum bis zur letzten Minute!

Ein Tier ins Tierheim abschieben ist feige!