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Gaby :

Du hast mich von meiner Mama geholt. Ich würde es sehr gut bei dir haben, ein Hund wäre immer schon dein großer Traum gewesen. Du hast mich deinen besten Freund genannt und mit mir all deine Geheimnisse geteilt. Ich habe dir deinen Liebeskummer vergessen lassen nachdem du Stunden lang deine Tränen in mein Fell vergossen hast bis es ganz nass war weil du traurig warst. Ich mich nicht aufgeregt, wenn du den ganzen Tag keine Zeit für mich hattest und ich so dringend hätte Gassi gehen müssen. Wir sind gemeinsam auf der Couch gesessen, deinen Kopf an meinen gelehnt. Du hast für mich gekocht und gemeinsam haben wir gegessen, du mit am Tisch und ich an deiner Seite aus meiner Schüssel am Boden. Beim Eis essen bin ich neben dir im Cabrio gesessen. Ich durfte die leere Eistüte haben denn Eis wäre nichts für Hunde hast du immer gesagt, davon bekomme ich Bauchweh. „Böser Hund“ hast du mich gerügt wenn ich trotzdem probiert habe, einen Teil von deinem Eis zu bekommen. Du hast mir gesagt, du liebst mich und ich sei den bester Freund. Lange Sparziergänge haben wir gemacht und Stunden lang hast du mit mir gelacht und gespielt. Auf einmal warst du immer weniger für mich da. Den ganzen Tag habe ich allein Daheim gelegen, auf dich gewartet. Dann kamst du und hast nur telefoniert, Lieder gesungen und dich nicht mehr um mich gekümmert. Mein Fell hast du nicht mehr gebürstet, wir haben nicht mehr gemeinsam gegessen und auch die langen Sparziergänge waren vorbei. Eines Tages hast du sie mitgebracht. Sie war wunderschön, hatte lange Haare und roch so gut. Sie hat mich nie gestreichelt, nie mit mir gesprochen und nannte mich immer nur „lästig“, dabei hast du mir den liebevollen Namen Sternchen gegeben und nicht den Namen Lästig. Mit deinen Kindern durfte ich spielen und habe mich nie gewehrt, wenn sie mir mit ihren kleinen Fingern in die Augen fuhren und mich ins Ohr bissen, wenn sie mit Spielzeug nach mir schmissen und mich am Schwanz zogen. Doch ihr war es nie gut genug. Nach einiger Zeit fingst du an, lange Diskussionen mit ihr über mich zu führen. Ich würde zuviel Geld kosten und der Aufwand für mich wäre zu groß, dabei hast du deine Zeit mir überhaupt nicht mehr gewittmet. Deine Kinder wären jeden Tag in Gefahr durch mich und sie hätte Angst, ich könnte ihnen etwas tun. Ich sei der Grund, wieso sie dich verlassen hätte. Wieder lagst du auf mir, dein Gesicht in meinem Fell vergraben und weintest.

Ich war den ganzen Tag alleine, mein Herz voller Traurigkeit und mit Sehnsucht hab ich dich erwartet, bis die Tür aufging und du herein kamst. Immer öfter nun kam jemand Fremder der nicht sehr freundlich war. Er nahm mich still schweigend an die Leine und ging mit mir für 5 Minuten hinaus, dabei hätte ich so dringend gemusst. Eines Tages kamst du Heim und stiegst in eine warme, feuchte Lacke. Es tat mir so leid, ich hab nicht gewinselt weil ich die Schläge mit dem Gürtel nicht ertragen konnte, ich winselte weil es mir leid tat dass ich mich nicht mehr zurückhalten konnte. Dann hast du mich an die Leine genommen und mich die Stiegen hinunter geschleppt, das Halsband wurde immer enger und ich bekam kaum Luft als du mich mit schnellen Schritten hinter dir her zogst nach draußen. Mit deiner Freundin hast du dich wieder versöhnt und ihr versprochen, alles würde besser werden für sie und die Kinder. Sie hat dich vor die Wahl gestellt: entweder sie oder ich. Als du dich zu mir gesetzt hast auf den Boden und nach langem wieder deine Hand durch mein Fell streichen hast lassen, hast du mit mir gesprochen. Du hast gesagt, die Welt sei ungerecht aber jeder hat ein bestimmtes Schicksal und der Lauf der Dinge wäre nicht zu stoppen. Ich würde auf einen guten Platz kommen und du würdest mich besuchen.

Eines Tages hast du mich gerufen. Autofahren! Wir sind schon lange nicht mehr gemeinsam Auto gefahren und ich hab mich vor lauter Freude kaum mehr halten können. Ich musste in den Kofferraum, dabei durfte ich doch immer neben dir sitzen. Da war es dunkel und so laut und es stank nach Auspuff. Trotzdem freute ich mich wenn du den Deckel wieder aufmachen würdest und wir am Ziel wären. Doch unser Ziel war nicht das, womit ich gerechnet hatte. Von außen hörte ich bereits andere Hunde jaulen und winseln, Katzengejammer und einen eigenartigen Geruch. Was machten wir hier? Eine Dame kam uns entgegen der du meine Leine in die Hand gabst. Du hättest mich armen Hund gefunden an einem Autobahnrastplatz angebunden an einem Baum. Die Frau nickte und du drehtest dich um. Ich wollte dir nach, hab an der Leine gezogen und laut geheult, ich wäre fast erstickt weil ich keine Luft mehr bekam. Doch du gingst einfach durch die Tür ohne dich auch nur einmal umzudrehen. Ich kam in ein Zimmer, mir wurde Blut abgenommen und ich wurde untersucht. Der Tierarzt sagte zu der Dame, es wäre schwer für einen Hund in meinem Alter einen Platz zu finden und zu mir sagte er noch, er wünscht mir viel Glück. Danach kam ich in einen kleinen Raum mit 3 anderen Hunden und Gitter. Jedesmal wenn jemand kam oder vorbeiging, fuhr ich hoch in der Hoffnung, du wärst es gewesen, doch du kamst nicht. Du hast mich hier gelassen und warst nun schon so lange fort. Ich lag den ganzen Tag in diesem Raum, konnte die Sonne nicht sehen, konnte mit dir nicht über eine Wiese laufen, träumte mich wieder nach Hause und hielt mich so ab von meiner Sehnsucht nach dir und meinen kleinen Schützlingen, deren kleinen Hände ich so vermisste. Eines Tages hat sie mich geholt. Sie streichelte mir über den Kopf, legte mir die Leine an und sagte komm. Wir gingen durch einen langen Gang in ein leeres, karges Zimmer. Sie hat mich auf den Tisch gesetzt und mich angeschaut, Tränen liefen ihr über die Wangen. Es tut ihr so leid hat sie immer wieder gesagt. Sie würde mich gerne mit nach Hause nehmen aber sie hat schon zwei Hunde und das ginge nicht. Sie hat mir erzählt von einem Ort, an dem es sehr schön ist. An dem die Sonne scheint und ich mich frei bewegen kann. Dann ging sie weg und kam wieder. Ich legte mich auf die Seite und wartete. Das Mittel war sehr kalt. Ich konnte fühlen wie es sich verteilte. Ich hatte aber keine Angst. Böser Hund ging es mir durch den Kopf. Ich hatte doch nichts getan, mein Leben warst du. Was war nur passiert, dass ich all das durch machen musste. Bevor ich einschlief, blickte ich ihr in die Augen. Da warst du wieder plötzlich wieder, es waren deine Augen. Du hast mich gestreichelt, Tränen sind dir über die Wangen gelaufen. Böser Hund hast du gesagt und mich angelächelt. Ich hob mit letzter Kraft meinen Kopf und schleckte dir über die Wange. Ich hab zu dir gesagt, dass ich dir nicht böse bin und froh bin, dass du wieder da bist, denn du warst mein bester Freund. Danach schlief ich ein.